Hüttentour mit grandiosen Aussichten bei Neustadt

Diese Wanderung ist in der hier vorgestellten Variante 14 km lang, bietet jedoch einige Abkürzungs-, aber auch Verlängerungsmöglichkeiten. Folgende Hütten werden angelaufen: Hohe Loog, Zeter Berghaus und Klausentalhütte. Daneben gibt es noch eine Reihe von Gaststätten in den Ortschaften und auch beim Hambacher Schloß gibt es gleich zwei. Aussichten gibt es zur genüge mit und ohne Hambacher Schloß im Bildmotiv. Bilder zu dieser Wanderung gibt es unter 4/2000 in der Bildergalerie.
Kurz umrissen geht es also von Neustadt zur Hohen Loog und über das Hambacher Schloß zu den anderen Hütten. Durch die Weinberge geht es dann zurück.

Start ist beim Parkplatz am ganz Ende der Waldstraße in Neustadt a. d. Weinstraße. Man kommt dorthin über Ausfahrt A 65 Neustadt-Süd, dann am Bahnhof vorbei, danach links hoch Richtung Hambach. Der Schillerstraße folgend fährt man einen Rechtsbogen und nach der Linkskurve kommt die Waldstraße, wo auch schon die grünen Trauben zum Wanderweg Deutsche Weinstraße hinweisen. Die Waldstraße ist ganz zu durchfahren, an deren Ende man vor einer Stüzmauer oder rechts rum auf einem großen Parkplatz parken kann.

Beim Parkplatz weist ein grünes Schild zum Hambacher Schloß hin, dem wir folgen. Hinter der Absperrung geht dann ein asphaltierter Weg mit vielen Kehren nach oben. Es kommt der erste Aussichtspunkt, eine runde Plattform, wo mit dem Spruch (er stimmt tatsächlich) "O Pfälzerland, wie schön bist Du" der Pfalz gehuldigt wird. Neustadt breitet sich unter einem aus, dessen Altstadt man nicht ungesehen zurücklassen sollte. Aber auch der Blick nach Norden reicht schon weit über die abfallenden Pfälzer Berge und die bis an die Stadtgrenzen reichenden Weinreben. Der Weg endet an einer Ruhestätte, wo man auch am Ende der Wanderung von Hambach kommend ankommt. Die Mauer der Ruhestätte wird in einer Linkskurve umrundet. Am Ende der Mauer zweigt nach rechts hoch ein schmälerer Weg ab, welcher mit dem roten Punkt und dem roten Balken gekennzeichnet ist. Es ist dies unser erster typischer Pfälzer-Wald-Wanderweg mit sandigem Untergrund, Tannennadelteppich und Wurzeln. Im Wald reifen die Kastanien heran. Dazu gesellen sich Kiefern und Heidekraut, wobei die Kiefern für den südländischen Duft sorgen. Man kommt am oberen Ende einer Straße heraus, wo man nach dem ersten Anstieg die Aussicht auf das Hambacher Schloß genießen kann. Auf der anderen Seite geht der Weg weiter bergauf, der dann eben und breiter wird. Bald darauf zweigt wieder ein schmaler Weg nach oben ab, welcher mit dem roten Punkt markiert ist und uns zur Hohen Loog führt. Durch den Kastanienwald geht es jetzt eng am Hang stetig bergauf und es kommen auch noch ein paar Kehren. Die Steigung endet an der Hütte Speierheld. Es geht mit etwas Steigung auf den mit Steinen und Wurzeln belegten Waldweg weiter, welcher nun auf dem Bergrücken der Spitze zustrebt. Die Kastanien sind der Höhe nicht gefolgt und auch die Kiefern wachsen nicht mehr so groß. Statt Kastanien kann man nun Heidelbeeren ernten, die sich wie ein grüner Teppich ausbreiten und den bald flacher werdenden Weg wie in eine Parklandschaft einfassen. Zwischenzeitlich geht es sogar leicht abwärts durch einen hochgewachsenen lichten Kiefernwald, wo auch der Fingerhut wächst.

Schließlich erreicht man den 619 m hohen Gipfel, die Hohe Loog. Hier steht auch die PWV-Hütte (Pfälzerwaldvereinshütte) Hohe Loog, wo man gleich mal eine Rieslingschorle im Schoppenglas (0,5 l) fassen kann. Dazu werden weißer Käse oder andere Gerichte angeboten. Geöffnet ist sie Mi, Sa, So und Feiertags. Außen gibt es viele Bänke, die dazu einladen die Aussicht über das Rheintal längere Zeit zu genießen. Der Wald vor der Hütte ist kräftig ausgelichtet, so daß die Sicht über die Pfalz hinweg weit ins Badnerland von Mannheim mit dem Fernsehturm sowie der Bergkette des Odenwaldes mit dem markanten Königsstuhl bei Heidelberg im Norden, dem kleineren Kraichgau in der Mitte und den nach Süden im stärker ansteigenden Nordschwarzwald reicht, welcher bei der Hornisgrinde gipfelt. Diese Bergkette ist in voller Länge allderdings nur bei klarem Wetter zu sehen.

Durch einen schönen Bergwald mit Kiefern, Eichen und Heidelbeeren geht der Rote-Punkt-Weg an der Hohen-Loog-Hütte vorbei wieder abwärts. Nach kurzer Zeit an einer Wegspinne angekommen, ist scharf linksabbiegend der zweite Weg (geschotterter Forstweg) Richtung Hambacher Schloß -unser nächstes Highlight- zu nehmen. Von der Wegspinne kann man auch einen kurzen Abstecher zum höchsten Berg der Pfalz, die Kalmit (673 m) unternehmen. Vorher gibt es dann auch die Möglichkeit direkt zur Klausentalhütte zu wandern.
Unser Weg zum Hambacher Schloß geht nach einem Abzweig zur Hohen Loog in einen normalen Wanderweg mit Nadelteppich über. Es kommt eine Bank, von wo man über eine Lücke im Wald hinweg nach Süden in die Rheinebene und auf die Kalmit blicken kann. Man passiert die Schutzhütte Sommerberg. Am steilen Hang weiter abwärts auf dem schönen Sandweg laufend kommt bald vor einer Linkskurve wieder ein Ausblick mit Bank. Maikammer liegt unter uns, eingebettet zwischen reichlich Reben. Nach der Linkskurve führt der Weg an der Nordostseite des Berges durch einen schattigen Laubwald mit Eichen und Buchen. Unvermittelt eröffnet sich irgendwann eine Lücke und man sieht das Hambacher Schloß von der Rückseite auf einem Berg stehen. Dahinter breitet sich die Rheinebene aus und noch weiter der Odenwald. Noch ein Stück und der Parkplatz beim Hambacher Schloß ist erreicht.

Wir laufen die Straße hoch zum Schloß und genießen den Ausblick. Die Rheinebene überblickt man von hier vom Horizont im Norden bis zum Horizont im Süden, wo jeweils links und rechts am Rand die Berge aufsteigen. Die Bergkette vom Schwarzwald bei der Hornisgrinde über Kraichgau und Odenwald kann noch mal bestaunt werden. Die Schloßschänke lädt zu einem kühlen Bier ein. Das Museum stellt Exponate zum Hambacher Fest aus. Dieses fand 1832 statt, wo 30.000 Menschen aller Schichten herbeiströmten, um für Freiheit und Einheit zu demonstrieren. Schautafeln entlang der Treppe hoch zum Schloß geben auch schon einige Infos. Desweiteren gibt es noch eine Falknerei mit Flugvorführungen. Wer jetzt nicht noch zum Zeter Berghaus und Klausentalhütte gehen möchte, für den gibt es vom Parkplatz aus einen Wanderweg nach unten, welcher später an einer Mauer vorbei in der Andergasse in Diedesfeld bei Hambach herauskommt.

Der Wanderweg dieses Tourvoschlags geht ausgehend von jenem Weg, welcher uns von der Hohen Loog herführte, beim Parkplatz scharf rechts Richtung Zeter Berghaus und Klausentalhütte. Auf ebenen Weg gelangt man also durch einen schattigen Laubwald mit Kastanien zunächst zum Zeter Berghaus. Hier kann man beim tollen Blick über die Weinberge mit den endlos dahinziehenden Reben mit Pfälzer Spezialitäten seinen Magen füllen. Heruntergespült werden diese mit Diedesfelder Wein. Alternativ gibt es auch gutbürgerliche Küche. Die Preise sind etwas höher, da das Haus keine PWV-Hütte ist. Geöffnet ist es Mi-Sa ab 12 und So ab 11 Uhr. Der Wanderweg kommt im Klausental heraus, wo es nun abwärts durch das schmale licht bewaldete Tal mit Grasbewuchs geht. Wo der Wald endet, ist die PWV-Klausentalhütte erreicht. Geöffnet von Mi, Sa + So ab 9 Uhr bietet auch sie Pfälzer Spezialitäten und preiswerten Wurstsalat mit Bratkartoffeln für nur 7 DM an. Allerdings gibt es hier keine Aussicht.

Nach der Klausentalhütte geht es nun aus dem Wald heraus in die Weinberge. Dem roten Balken Richtung Hambach folgend sieht man von einem ebenen Landwirtschaftsweg aus hinunter in die Rheinebene. Links und rechts gedeihen die Weinreben und links weiter oben die Kastanienwälder. Das Zeter Berghaus und das Hambacher Schloß sehen wir nun von unten. Schließlich erreicht man die Diedesfelder Andergasse, wo Anfang Mai als eines der ersten Weinfeste im Jahr das Andergasser Fest stattfindet. Unter www.rieslingtour.de gibt es die aktuelle Expertenmeinung zum Fest 2000, die sehr positiv ausgefallen ist. Nach dem Weingut Rudolph zweigt nach links ein Weg mit der grünen Traube ab, der Wanderweg Deutsche Weinstraße. Es ist ein typischer Weg durch die Weinberge, mit Steinen gepflastert. Als nächstes kommen die ersten Häuser von Hambach, wo man entweder links hoch durch einen Torbogen gehen kann oder zweimal rechts abbiegt und dann nach unten läuft. Bei der ersten Variante geht es etwas nach oben, wo man irgendwann nach rechts in einen Panoramaweg abbiegen muß. Bei der zweiten Variante muß man die erste nach links abbiegende Straße, die Pfarrer-Abel-Str. nehmen. Ganz am Ende geht links hoch ein Pfad durch die Weinreben einem Mäuerchen entlang, dem man ohne abbiegen folgt. Der Pfad kommt auf den Panoramaweg bei einer Bank heraus. Oberhalb von Hambach wandern wir ebenen Weges weiter, bis bei einer kleinen Kirche wieder Häuser kommen. Wie so viele Orte an der Deutschen Weinstraße gibt es auch in Hambach viele schöne Fachwerkhäuser mit rebenbewachsenen Torbögen in die Hofeinfahrten der Winzerhöfe. Auch hier gibt es mehrere Möglichkeiten zu laufen. Man kann z. B. der grünen Weintraube folgen oder nach rechts runter gehen zur Ortsdurchfahrt wo die Weinstraße verläuft und dann nach links. Vor der nächsten Rechtskurve wird die Weinstraße verlassen und man trifft die grüne Weintraube, wenn man den Römerweg folgt. Jetzt kommt die letzte Steigung. Bald kommt ein Linksbogen und danach biegt der Römerweg nach rechts ab und es geht eben weiter. Dem Wegweiser Schützenhaus ist zu folgen. Man erreicht den Wald und nach einer Weile treffen wir auf die Ruhestätte, wo wir anfangs nach oben abgebogen sind. Nun laufen wir nach unten, noch einmal am Ausblick in die Pfalz vorbei und schließlich zum Parkplatz.

Nun lohnt noch ein Abstecher in die Neustädter Altstadt. Beim Alten Turnplatz gibt es z. B. einen großen Parkplatz. Von dort direkt in die Fußgängerzone gehend, trifft man auf die malerische Hintergasse, wo viele Gaststätten zu Pfälzer Gerichten einladen. Über den Marktplatz gehend, kommt man in die enge Metzergergasse,von wo man einen schön verwinkelten Blick auf die Stiftskirche hat.