Tälerhopping im Enzkreis (Nagold/ Enz)

Was und Wo
Start im Nagoldtal
Zu den Dörfern auf der Höhe
Auf der Enz-Nagold-Platte
Zavelstein
Der Nagold entlang
Links

Was und Wo

Tälerhopping im Enzkreis? - Es gibt Inselhopping, manche machen Partyhopping - im Enzkreis kann man auch gut per Rad zwischen den drei Flüssen Enz, Nagold und Würm wechseln, die in Pforzheim zusammenfließen. In diesem Beitrag werden zwei Kombinationen zwischen Enz und Nagold vorgestellt. Eigentlich sind es nur zwei halbe, da sie bei jeweils einem Fluss beginnen und dann über die Höhen zurückführen. Wer will kann dann die Runde schließen.

Tour Nr. 1 startet im Nagoldtal beim Monbachtal.

Tour Nr. 2 startet im Enztal in Höfen.

Tour Nr. 3 macht die große Runde vom Kupferhammer in Pforzheim zu Enz und Nagold.

Tour Nr. 1: Start im Nagoldtal beim Monbachtal.

Start im Nagoldtal

Diese kleine Radtour von ca. 45 km beginnt im Nagoldtal. Es gibt einen größeren Anstieg auf die 300 m höher gelegenen Waldhufendörfer und eine Abfahrt mit anschließender Fahrt das Nagoldtal hinab. Man fährt von Pforzheim kommend mit dem Auto das Nagoldtal rauf an Unterreichenbach vorbei und erreicht dann das Monbachtal. Dort gibt es das Freizeit- und Bibelheim Monbachtal und von hier aus geht es die kleine Monbachschlucht hinauf. Vielmehr interessiert uns, dass das Monbachtal auch ein sehr guter Ausgangspunkt für eine Radtour ist.

Nagoldradweg
Der Nagoldradweg
Zu den Dörfern auf der Höhe

Im Monbachtal gibt es einen Parkplatz an einem Wehr der Enz wo auch schon der Enztalradwanderweg vorbeiführt. Diesen fahren wir flussabwärts Richtung Pforzheim. Schon kurz nach den Anlagen des Monbachtales fährt man in frischer Natur begleitet von Pferden, und Talwiesen. Die Bundesstrasse befindet sich jenseits der Enz. Oberhalb dieser schönen Talaue geht das so bis Unterreichenbach. Manchmal kann man zuschauen, wie Kajakfahrer dem Wasser ganz nah sind und die Enz hinunterfahren.

Kanufahrer
Kajak auf der Nagold

In Unterreichenbach angekommen, fahren wir über die Brücke und biegen wenig später nach links Richtung Schwarzenberg in das Gutbrunnertal ein. Auf der linken Seite des Gutbrunnertales geht es nun bergauf, wobei wir nie der Schömberg-Route folgen selbst wenn wir später durch Schömberg fahren. Nach etwa 2 km durch den Wald geht ein Sträßchen nach geradeaus eben weiter, während unsere Strasse weiter bergauf verläuft. Diese verlassen wir nun und folgen dem Sträßchen, dass uns zur "Unteren Mühle" führt. Hier weitet sich das Tal etwas und ein leicht überdimensioniertes Hotel steht auf der anderen Seite oberhalb des Baches. Eine Gedenktafel weisst auf Überschwemmungsschäden hin, als der Bach vor einigen Jahren anschwoll. Der Weg geht weiter hoch nach Schwarzenberg. Nach knapp 2 km macht der Weg linksrum eine Kehre und ein Hinweisschild zeigt nach Schwarzenberg. Geradeaus würde ein Weg u. a. irgendwie auch nach Schwarzenberg führen. Wir nehmen also nochmal einen kräftigen Anstieg auf uns bis wir aus dem Wald raus sind und satte Wiesen kommen. Jetzt wird es flacher und wir fahren am Ort vorbei.

Auf der Enz-Nagold-Platte

Mit der Enz-Nagold-Platte wird der Höhenzug zwischen Nagold- und Enztal bezeichnet. Er fällt zu den beiden Flusstälern steil ab und ist oben in einer Breite von ca. 8 km eher flach bis hügelig. Die Besiedlung geschah erst seit dem 11. Jahrhundert auf Initiative der Gaugrafen von Calw in der Blütezeit des Klosters Hirsau unter Abt Wilhelm. Das Land wurde durch Brandrodung des Urwaldes gewonnen. Die Siedlungen wurden in Form von sogenannten Waldhufen angelegt. Dabei werden die einzelnen Höfe in einer langen Reihe entlang der Strasse gebaut und jeder Hof bekommt einen schmalen Streifen Land hinter sich zugewiesen. Gute Beispiele sind Igelsloch und Oberlengenhardt. Rund um die Dörfer gibt es auf diese Weise schöne Wiesen, die besonders im Mai am schönsten sind, wenn das Gras noch nicht gemäht ist. Zahlreiche Löwenzahnblüten bilden einen gelben Teppich und im April blühen die Obstbäume. Alle Dörfer liegen in ca. 600 - 650 m Höhe und 300 m über dem Nagoldtal.

Unterkollbach
Bei Igelsloch

Der von Schwarzenberg abgehenden Landstrasse folgen wir und fahren dann nach Schömberg. Im Ort biegen wir Richtung Oberreichenbach ab. Durch einen kleinen Wald geht es ein wenig bergauf. Dann erreichen wir bei ebener Strecke die Lichtung des Waldhufendorfes Oberlengenhardt. Dieses schmiegt sich in gebogener Reihe in die sanft abfallende Wiese über die man über die Höhen ins schwäbische Blicken kann. Unsere Strasse verschwindet wieder im Wald und als nächstes fahren wir mitten durch Igelsloch. Zwischen den Häusern sieht man den Vorteil des abgeschiedenen wohnens. Bei klarer Luft schaut man über duftende Wiesen zur schwäbischen Alb.

Sie dich für
Siehdichfür

Nach Igelsloch schlagen wir einen Hacken nach rechts und fahren wieder links rein in das kleine Dorf Siehdichfür. Trotz des Namens kommt man ihr gewöhnlich ungehindert durch. Am Ortsausgang entfernt sich ein Radweg von der Strasse, der geradeaus hinunter nach Oberreichenbach führt.

Zavelstein
Rötenbach
Rötenbach

Nach der kurzen steilen Abfahrt geht es sogleich wieder hinauf nach Rötenbach. Nach einer Strecke durch den Wald hat man hier wieder freien Blick auf das in Wiesen eingebettete Dorf. Die Wiesen sind am schönsten im April/ Mai, wenn sie wie ein gelber Teppich erscheinen und die Obstbäume blühen. Langsam senkt sich das Rötenbachtal. Wenn wir der Strasse durch das Dorf folgen, wird das Tal enger, die Strasse steiler. Wir wollen nach Zavelstein, dürfen jedoch keineswegs den Wegweisern Richtung Zavelstein folgen, da man sonst erst die Strasse hinunter und dann wieder rauf fährt. Ziemlich am Ortsende, fast zu Beginn des Waldes befindet sich ein markanter Wanderwegweiser nach Zavelstein. Wir schlagen diesen Weg ein und nach kurzer Steigung kommen wir oberhalb von Zavelstein am am Waldrand gelegenen Wanderheim heraus. Dort können wir uns im Biergarten bei einem Radler und Wurstsalat stärken und der Blick schweift über ausgedehnte Wiesen.

bei zavelstein
Wiesen um Zavelstein

Bei der Pause können wir einen kleinen Blick auf die Geschichte der Stadt werfen:
Die auf einer Felsnase über dem Teinachtal gelegene Stauferburg Zavelstein wurde um das Jahr 1200 erbaut. 1367 fand der württembergische Graf Eberhardt II. Zuflucht in der Burg. Als Dank für den gewährten Schutz erhielt Zavelstein schon damals die Stadtrechte. Anfang des 17. Jahrhunderts baute der Burgherr Benjamin Buwinghausen die Burg zu einem Spätrenaissanceschlößchen um. Dieses wurde jedoch zusammen mit der Stadt 1692 zerstört. Die Einwohner bauten in den folgenden Jahren ihre Häuser wieder auf, die Burg blieb jedoch bis zum heutigen Tag eine Ruine. Der 28 Meter hohe Turm hat die Jahrhunderte unversehrt überstanden. Das wiederaufgebaute Städtle mit seinen 12 Häusern war mit ca. 250 Einwohnern bis zur Gemeindereform 1975 die kleinste Stadt Württembergs, zeitweise ganz Deutschlands.


Strasse mit Burg
Teinachtal
Blick von der Burg ins Teinachtal

Vom Wanderheim fahren wir geradewegs durch die Wiese hinunter nach Zavelstein. Wir fahren geradewegs durch den Ort zur Burg und überqueren dabei die Strasse, die hinunter ins Nagoldtal führt. Kurz nach der Überquerung beginnt der alte Ortskern von Zavelstein mit dem kleinen gepflasterten Sträßchen an dem links und rechts die alten Häuser Spalier stehen und den Blick zum Burgturm leiten. Den kann man dann über die Wendeltreppe erklimmen. Wieder zurück geht es zur Strasse, die hinunter ins Nagoldtal führt.


Zavelstein

Jetzt erleben und genießen wir die längste Abfahrt dieser Tour. Immerhin 4 km lang geht es von 560 m auf 340 m bergab. Die Strasse verläuft dabei durch einen Wald oberhalb des engen Teinachtales. Die Teinach mündet unten im Nagoldtal wo wir die Nagold beim Bahnhof Teinach überqueren. Wir fahren nach rechts und folgen der Bahnlinie, die wir wenig später auf einer Brücke überqueren. Noch bevor wir auf die Bundesstrasse gelangen, biegen wir scharf links auf ein kleines Strässchen ab, das zur Firma Irion führt. Da fahren wir vorbei und folgen der Bahnlinie talwärts.

Der Nagold entlang

Der Nagoldtalradweg führt am Hang bergauf und bergab. Dabei gibt es Blicke ins Tal mit seinen Windungen. Kurz nach Kentheim, erkennbar am Schornstein einer Fabrik, kommen wir an einer kleinen Brücke vorbei die wir jedoch nicht überqueren. Wir bleiben auf der rechten Nagolseite und fahren unseren Weg weiter, der ein Stück aufwärts führt. Bei einer Strasse die ein Seitental noch weiter hochführt fahren wir aber dann nach links bergab und fahren zurück zur Nagold. Kurze Zeit später folgen wir kurz der Bundesstrasse und überqueren dann die Nagold.

Calw
in Calw

Auf dem Radweg entlang der Nagold erreichen wir Calw. Die historische Geburtstadt des Dichters Hermann Hesse lädt mit romantischen Ensembles von Fachwerkhäusern mit seinem Marktplatz, Gassen und der Nagold zu einem kurzen Bummel ein. Zunächst säumen grosse Fachwerkvillen den Weg an der Nagold, später kommen wir ins kleine Zentrum mit dem Markplatz. Auf der linken Seite der Nagold führt der Radweg nach einem Einkaufszentrum (Kaufland) weiter nach Hirsau.

Hirsau
Klosterruine Hirsau

In Hirsau lohnt eine Besichtigung des Klosters. In der Ruine kann man im Kreuzgang und alten Gemäuern wandeln. In Hirsau müssen wir die Nagold überqueren, folgen ein Stück der Bundesstrasse und fahren dann auf dem Radweg weiter zwischen Nagold und Bahnlinie. Hier wird der Talgrund etwas breiter und die Fahrt geht schön vorbei an den Talwiesen zwischen den Bergen. Bei Ernstmühl unterqueren wir die Bahnlinie. Im Wald geht es dann kurz bergauf.

Liebenzell
Blick auf Bad Liebenzell mit der Burg

Nach einem ebenen Stück kommt ein Ausblick auf das Städtchen Bad Liebenzell. Dorthin führt auch die nächste Abfahrt. Der kleine Kurort blickt auf eine über 900 Jahre alte Geschichte zurück und wird von einer kleinen Burg gekrönt.

Wir fahren weiter zwischen Bahnlinie und Nagold, kommen am Eislaufzentrum vorbei und erreichen schliesslich den Ausgangspunkt Monbachtal.

Links

Links:
Entstehung der Waldhufendörfer
Bad Teinach/ Zavelstein
Calw
Bad Liebenzell